Toxische Positivität: Warum Du dich nicht immer gut fühlen musst
- 20. Juni 2025
- 2 Min. Lesezeit

Es gibt Tage, da hängt die Seele schief. Du wachst auf, alles fühlt sich schwer an, und während Instagram dir Sommer-Sonnenuntergänge und Smoothie-Bowls um die Ohren haut, willst Du dich am liebsten wieder unter der Decke verkriechen. Und weißt Du was? Das ist okay.
In einer Welt, die uns permanent suggeriert, wir müssten jeden Tag „zum Besten unseres Lebens machen“, „positiv bleiben“ und „uns auf das Gute konzentrieren“, vergiften wir uns schleichend mit einer Haltung, die alles Negative wegdrückt. Willkommen in der Welt der toxischen Positivität.
Ich möchte hier mal Stellung zu diesem Trend nehmen. Denn er geht mir echt auf den Senkel.
Wenn Lächeln weh tut
Toxische Positivität ist dieser unterschwellige Gruppenzwang, immer gut drauf zu sein und positiv zu denken — selbst, wenn innerlich die Alarmglocken angegangen sind. Sie macht uns glauben, dass schlechte Gefühle gefährlich sind und am besten schnell weggelächelt gehören. Tränen im Bad? Ein Zeichen von Schwäche. Wut? Unbequem. Angst? Wird schon wieder.
Dabei sind gerade diese Gefühle Wegweiser. Sie zeigen uns, was uns fehlt, was schmerzt, was wir verdrängen. Wer permanent alles schönredet, lebt nicht authentisch — sondern in einer inneren Schieflage. Und genau da beginnt der schleichende Raubbau an der mentalen Gesundheit. Sogar der Zen-Mönch zeigt seine „negativen“ Gefühle und wird mal wütend. Und er nimmt sie auf gesunde Weise als Ausdruck seiner momentanen Stimmung an. Das Zauberwort ist: annehmen, was ist.
Emotionale Ehrlichkeit statt Gute-Laune-Terror
Wie könnte eine Lösung aussehen, aus dem Dauergrinsen rauszukommen? Emotionale Ehrlichkeit.
Erlaube dir, mies drauf zu sein. Sag Nein (und setze Grenzen), wenn dir alles zu viel wird. Erkenne deine Schattenseiten an, statt sie hinter lächelnden Insta-Storys zu verstecken.
Du musst nicht jeden Tag Sommer im Kopf haben. Manchmal ist da eben Nebel. Auch der hat seine Berechtigung. Besonders in einer Zeit, in der viele Menschen unter Sommerdepression leiden — ja, das gibt es. Während andere barfuß über Wiesen springen, fühlst Du dich leer und außen vor. Das ist völlig okay. Hör’ einfach auf, dir selber etwas vorzumachen und kümmere dich um dich selbst – egal, ob andere den Sommer feiern.
Emotionale Ehrlichkeit ist das Gegenteil von toxischer Positivität — sie erlaubt dir, dich vollständig zu spüren, ohne etwas zwanghaft auszublenden.
Mentale Selbstverteidigung ist ein Akt der Rebellion
Sich gegen toxische Positivität zu wehren, ist ein stiller Akt des Widerstands. Du darfst traurig sein, wütend, unsicher, hoffnungslos. Denn echte Stärke zeigt sich nicht im Dauerlächeln, sondern darin, alle Gefühle auszuhalten — ohne sich dafür zu schämen oder sie wegatmen zu müssen.
Es ist in Ordnung, wenn du gerade einfach nur überlebst. Erlaube dir, durchschnittlich, planlos und überfordert zu sein. Das ist Rebellion gegen ungesunden Selbstoptimierungswahn und echt.
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Ich begleite Frauen dabei, sich diesen Raum zurückzuerobern. Keine Instant-Glückstipps, kein Transformations-Coaching. Sondern ehrliche Gespräche, Stille, Reflexion und das Wiederfinden der eigenen inneren Stimme.
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