Lebensnahe Beratung für mentale Gesundheit | Grenzen setzen

Das Heldinnen-Special
Hier im Heldinnen-Special stelle ich Frauen vor, die ihren eigenen Weg gegangen sind – auch dann, wenn Zweifel laut waren und Sicherheit fehlte. Sie erzählen davon, was es für sie bedeutet, mutig zu sein, alte Muster zu verlassen und einen echten Neuanfang im Leben zu wagen. Ihre Geschichten zeigen, wie man lernt, Grenzen zu setzen und sich selbst ernst zu nehmen. Keine Heldinnenmythen, sondern ehrliche Erfahrungen darüber, wie man Schritt für Schritt lernt, Zweifel zu überwinden.
Ich feier' diese Frauen, denn sie zeigen, wie Erfolg aussieht, wenn er von innen getragen ist. Und soll dich dazu einladen, deinen eigenen Weg mit mehr Klarheit und Zuversicht zu betrachten.
Bei Interesse an einer Zusammenarbeit (Gastartikel, Fachartikel, Podcast oder Interview) gern per Mail kontaktieren.
1. Der Anfang – innere Ausgangslage
Wenn du an die Zeit zurückdenkst, in der dein Selbstwert niedrig war (bzw. bevor du den Schritt zum Grenze ziehen gegangen bist): Was hast du damals über dich geglaubt – im Kontakt mit anderen Menschen, auf Social Media und im Umgang mit deinen eigenen Erwartungen?
Und woran hast du im Alltag gemerkt, dass du dich selbst ständig übergehst?
E: Wenn ich an die Zeit vor 2017 zurückdenke, war mein Selbstwert nicht klein, aber er war fast vollständig von Bestätigung im Außen abhängig. Ich habe meinen Wert daran gemessen, ob ich gemocht werde, ob ich genug leiste, ob ich hilfreich bin, ob ich die Erwartungen anderer erfülle. Ich habe „Ja“ gesagt, wenn ich „Nein“ gemeint habe. Ich habe Aufgaben übernommen, weil ich nicht als „kompliziert“ gelten wollte. Ich habe E-Mails nachts beantwortet, weil sofortige Erreichbarkeit für mich zu Zuverlässigkeit gehörte. Ich habe eigene Bedürfnisse verschoben, "weil es gerade nicht passt" und kleiner Spoiler: es passte eigentlich nie. Rückblickend war jeder dieser Momente eine wiederkehrende Überschreitung meiner eigenen Grenzen. Ich nannte es Verlässlichkeit, Engagement, Teamgeist. Gleichzeitig war ich immer schon jemand, der die Stimmungen und Zwischentöne anderer sehr fein wahrnimmt - eine Fähigkeit, die mich heute zu einer wirklich guten Coachin macht. Was ich selbst brauchte, war mir oft nicht klar oder ich habe es einfach runterpriorisiert auf „später“. Eine Grenze zu setzen bedingt, dass man bewusst wahrnimmt, wo die eigene Grenze verläuft. Genau dieses Hinhören hatte ich komplett verlernt. Im Job habe ich über Jahre verschiedene Rollen gespielt und es "Professionalität" genannt. Heute nenne ich das schlicht „Funktionieren“. Privat kam noch der Anspruch dazu, in jedem Lebensbereich zu performen: Sport, gesunde Ernährung, ein großer Freundeskreis, Familie, die nie zu kurz kommen durfte. Auf Social Media sieht man ja scheinbar, dass es alle irgendwie schaffen: absolute Klarheit, Leichtigkeit, großer Erfolg, endlose Energie. 2017 kam dann der Wake-Up-Call den ich gebraucht habe und er war nicht mehr besonders liebevoll. Ich fühlte mich ausgebrannt, war andauernd krank und hatte meine Lebenslust verloren. Nach außen war ich leistungsfähig, "High Performer“, aber mit mir selbst überhaupt nicht mehr verbunden. Ich wusste zu dem Zeitpunkt längst, dass etwas nicht stimmt. Ich hatte nur keine Ahnung, wie ich da wieder rauskomme.
2. Die Phase der Hilfsmittel – äußere Impulse, innere Arbeit
Du hast Bücher gelesen, Coachings in Anspruch genommen, gejournalt, reflektiert.
Was davon hat dir wirklich geholfen – und was eher nicht?
E: Aus dieser Erschöpfung heraus bin ich über ein YouTube-Video zum Yoga gekommen. Ich erinnere mich noch genau an das Gefühl nach der ersten Session: ich hatte seit Langem das Gefühl, genau am richtigen Ort zu sein und nicht andauernd nach "mehr" streben zu müssen. Ich habe direkt nach diesem Video meine erste Yogalehrer-Ausbildung gebucht, weil ich verstehen wollte, was da gerade in mir passierte. Es folgte eine Phase, in der ich sehr viel gelesen, reflektiert und gejournalt habe.
Weniger hilfreich war für mich alles, was sich wie ein weiteres Projekt angefühlt hat. Noch ein Buch, noch ein Podcast, noch eine Methode. Persönlichkeitsentwicklung wurde irgendwann zu einer sehr eleganten Form von "Beschäftigt sein" für mich und dahinter steckt oft eine Vermeidungstaktik, um nicht wirklich in die Tiefe gehen zu müssen.
Gab es einen konkreten Moment, in dem dir klar wurde: Ich sammle nicht mehr nur Wissen, ich übernehme Führung für mich selbst?
E: Der eigentliche Wendepunkt kam einige Monate später, und er hat mich einiges an Mut gekostet: Ich bin in die Eigenverantwortung gegangen, den zweiten Baustein, den ich heute Selbstverantwortung nenne. Ich habe verstanden, dass sich meine innere Haltung im Außen manifestiert und dass ich nur selbst wissen kann, was ich will und wohin ich will, bevor sich irgendetwas verändern kann. Ich habe aufgehört, mir von meinem vollen Kalender, meiner Erschöpfung, meiner Umstände diktieren zu lassen, wie mein Leben auszusehen hat und angefangen, mich als Gestalterin zu sehen. Genau das war der Moment, in dem aus reinem Wissen echte Selbstführung wurde. Ich habe mit Visionsarbeit experimentiert: Was will ich wirklich, jenseits von dem, was gut aussieht oder erwartet wird? Ich habe Ziele gesetzt, die tatsächlich meinen eigenen waren und mich bewusst nach einem Umfeld umgesehen, das ähnliche Vorstellungen vom Leben hat.
3. Der Wendepunkt – Grenzen und Selbstführung
Grenzen zu setzen gilt oft als laut, konfrontativ oder egoistisch – besonders für introvertierte (leise) Frauen. Wie hast du gelernt, Grenzen ruhig und dennoch klar zu ziehen: gegenüber Menschen, gegenüber Social Media und gegenüber deinem eigenen inneren Druck?
E: Grenzen setzen habe ich lange mit Lautstärke verwechselt. Mit Konfrontation, mit einem "Nein", das man laut und bestimmt in den Raum rufen muss. Für mich fühlte sich das lange Zeit unmöglich an, fast wie eine Sprache, die ich nicht gelernt habe zu sprechen. Also habe ich weiter meine eigenen Grenzen übergangen, weil mir das leichter fiel, als sie so auszusprechen. Das Bewusstsein kam schrittweise und hängt für mich untrennbar mit dem dritten Baustein von Selbstführung zusammen, den ich heute Selbststeuerung nenne. Es reicht nicht, sich selbst zu erkennen und Verantwortung zu übernehmen, irgendwann darf man das eigene Verhalten auch tatsächlich bewusst lenken. Für mich hieß das: Prioritäten setzen, statt allem gleich viel Raum zu geben. Bewusst entscheiden, wofür ich meine Energie und Lebenszeit hergebe und noch wichtiger, wofür nicht mehr. Das war die stillste, aber wirksamste Form von Grenzen setzen, die ich kenne: nicht das laute Nein nach außen, sondern die leise, wiederholte Entscheidung, meine eigenen Ressourcen zu schützen. Das hat sich im Job gezeigt, in dem ich anfing, Aufgaben und Erwartungen bewusster zu sortieren, statt reflexartig „Ja“ zu sagen. Es hat sich im Umgang mit Social Media gezeigt, wo ich anfing, mich zu fragen, wessen Tempo ich da eigentlich mitgehe, und wie viel Vergleich mir wirklich gut tut. Und es hat sich vor allem gegenüber meinem eigenen inneren Antreiber gezeigt, der Stimme, die immer "mehr" und "weiter" wollte. Letztendlich war die schwierigste Grenze nie die zu anderen Menschen, sondern die zu mir selbst. War das ein Akt von Rebellion? Ehrlich gesagt, ich glaube nicht. Es hat sich weniger nach Auflehnung angefühlt als nach Erleichterung. Und genau das ist für mich der Kern von Selbstführung: nicht lauter werden müssen, um gehört zu werden, sondern klarer zu werden und diese Klarheit dann selbstbewusst nach außen tragen.
4. Der Zielzustand – innere Ruhe statt Dauerarbeit an sich selbst
Heute beschreibst du dich als ruhig, innerlich stark und bei dir und deinen Bedürfnissen.
Was bedeutet Selbstführung für dich jetzt – jenseits von Methoden, Tools und Weiterentwicklung?
E: Heute bedeutet Selbstführung für mich etwas ganz anderes als noch vor ein paar Jahren. Selbsterkenntnis, Selbstverantwortung und Selbststeuerung sind für mich keine drei Schritte mehr, die man nacheinander abhakt, sondern eine einzige, ineinandergreifende Lebensweise: Ich weiß, wie ich ticke. Ich übernehme Verantwortung dafür, was ich daraus mache. Und ich handle entsprechend, auch wenn das bedeutet, jemandem nicht zu gefallen. Dazu gehört für mich auch, Körper, Gefühle und Alltag nicht länger als getrennte Baustellen zu behandeln, sondern als ein zusammenhängendes Ganzes zu sehen. Wenn ich mich abgrenzen muss, ist das kein Zeichen von Egoismus, sondern ein Signal, dass etwas in mir gehört werden will.
Und was würdest du einer Frau sagen, die glaubt, sie müsse sich erst „reparieren“, bevor sie sich selbst ernst nehmen und eine Grenze setzen darf?
E: Wenn du dich hier gerade wiederkennst und glaubst, du müsstest dich noch "reparieren", bevor du sich selbst ernst nehmen und deine Grenze setzen darf: Du bist nicht kaputt und warst es auch nie. Du musst dir das Recht auf deine eigenen Grenzen nicht erst verdienen. Die Grenze ist nicht die Belohnung dafür, dass du lange genug an dir gearbeitet hast. Sie ist der erste Schritt, oft sogar der Anfang von allem, was wirklich für dich bestimmt ist.
1. Der Anfang – innere Ausgangslage
Wenn du an die Zeit zurückdenkst, in der dein Selbstwert niedrig war (bzw. bevor du den Schritt zum Grenze ziehen gegangen bist): Was hast du damals über dich geglaubt – im Kontakt mit anderen Menschen, auf Social Media und im Umgang mit deinen eigenen Erwartungen?
Und woran hast du im Alltag gemerkt, dass du dich selbst ständig übergehst?
B: Ich dachte, dass ich mich allen anpassen muss, um akzeptiert zu werden, dass meine wahre Persönlichkeit nicht liebenswert ist. Ich dachte, dass ich zu 100% für das Wohlergehen meiner Mutter zuständig bin, und dass ich jedem helfen muss, dem es nicht gut geht. Ich war überzeugt davon, dass ich froh sein kann, irgendeinen Job, irgendeine Freundin zu bekommen, dass ich nicht wählen kann und nehmen muss, was für mich vom Kuchen abfällt. Ich habe im Alltag gemerkt, dass ich immer erschöpfter wurde. Ich war sehr unzufrieden, hatte oft schlechte Laune und war im Dauerstress.
2. Die Phase der Hilfsmittel – äußere Impulse, innere Arbeit
Du hast Bücher gelesen, Coachings in Anspruch genommen, gejournalt, reflektiert.
Was davon hat dir wirklich geholfen – und was eher nicht?
B: Reflektieren, Wissen ansammeln und Therapie hat bis zu einem bestimmten Punkt geholfen, dann war es nur noch drehen am Ort.
Gab es einen konkreten Moment, in dem dir klar wurde: Ich sammle nicht mehr nur Wissen, ich übernehme Führung für mich selbst?
B: Ja, als ich endlich gelernt habe, konstruktiv mit meinen Emotionen umzugehen wurde mir klar, dass Emotional Mastery der Schlüssel ist, um sich selber zu führen.
3. Der Wendepunkt – Grenzen und Selbstführung
Grenzen zu setzen gilt oft als laut, konfrontativ oder egoistisch – besonders für introvertierte (leise) Frauen. Wie hast du gelernt, Grenzen ruhig und dennoch klar zu ziehen: gegenüber Menschen, gegenüber Social Media und gegenüber deinem eigenen inneren Druck?
B: Ich habe klein angefangen, mit Grenzen, die nicht soviel Mut brauchten. Je mehr mir bewusst wurde, wo meine Grenzen sind und je öfter ich das umsetzen konnte desto grösser wurde mein Selbstwertgefühl und der Mut, weiterzumachen und auch grosse Grenzen zu ziehen. Ich habe durch den bewussten Umgang mit meinen Schuldgefühlen meiner Mutter gegenüber immer mehr gespürt, dass es mein Recht ist, mich von ihr abzugrenzen. So wurde der innere Druck, über meine Grenzen zu gehen auch immer kleiner. Ich habe immer mehr gespürt, dass ich auch ein gutes Leben haben kann, wenn sie zB enttäuscht ist von mir.
So habe ich auch viele Freundinnen losgelassen, wo die Basis nicht mehr gestimmt hat. Denn meine Selbstliebe ist parallel zu meiner Fähigkeit, mich abzugrenzen und meine Schuldgefühle zuerst auszuhalten und dann loszulassen, rasant gestiegen.
War das für dich ein Akt von Rebellion? Wie hat er sich angefühlt?
B: Radikale Selbstliebe zu praktizieren und nicht mehr darauf zu achten, was andere von mir denken, war für mich ein Akt der Rebellion.
4. Der Zielzustand – innere Ruhe statt Dauerarbeit an sich selbst
Heute beschreibst du dich als ruhig, innerlich stark und bei dir und deinen Bedürfnissen.
Was bedeutet Selbstführung für dich jetzt – jenseits von Methoden, Tools und Weiterentwicklung?
B: Selbstführung ist für mich der ganz klare Fokus und die positive Ausrichtung auf das, was ich will - ein positives Mindset. Gleichzeitig fühle ich ganz bewusst die negativen Emotionen, die hochkommen. So gelingt es mir sehr schnell, meinen Zustand zu shiften (falls nötig), und ich vermeide toxische Positivität. Ich nenne das Emotional Mastery. So ist mein innerer Zustand fast unabhängig vom Aussen.
Und was würdest du einer Frau sagen, die glaubt, sie müsse sich erst „reparieren“, bevor sie sich selbst ernst nehmen und eine Grenze setzen darf?
B: Es gibt nichts zu reparieren an dir. Du bist richtig so wie du bist. Die richtigen Menschen lieben dich genau so!
1. Der Anfang – innere Ausgangslage
Wenn du an die Zeit zurückdenkst, in der dein Selbstwert niedrig war bzw. bevor du den Schritt zum Grenze ziehen gegangen bist:
Was hast du damals über dich geglaubt – im Kontakt mit anderen Menschen, (auf Social Media), mit der Arbeitsplatzsituation und im Umgang mit deinen eigenen Erwartungen?
Und woran hast du im Alltag bzw. Arbeitsalltag gemerkt, dass du dich selbst ständig übergehst?
S: Wenn ich an diese Zeit zurückdenke, war mein Selbstwert sehr leise. Nach außen habe ich funktioniert – im Job, in Beziehungen, im Alltag. Aber innerlich habe ich mich oft angepasst, um nicht anzuecken. Ich habe viel im Außen nach Bestätigung gesucht. Gerade auf Social Media habe ich mich gefragt: „Bin ich genug? Kommt das gut an? Passe ich da rein?“
Im Kontakt mit anderen Menschen war ich oft die Starke, die Verständnisvolle, die, die alles hält.
Am Arbeitsplatz habe ich hohe Erwartungen an mich selbst gehabt. Ich wollte leisten, verlässlich sein, nicht enttäuschen. Ich habe Ja gesagt, obwohl ich Nein meinte. Habe funktioniert, obwohl ich eigentlich erschöpft war.
Im Alltag habe ich gemerkt, dass ich mich selbst übergehe, wenn ich meine Bedürfnisse immer hinten angestellt habe, wenn ich müde war, aber trotzdem weitergemacht habe. Wenn ich gespürt habe, dass mir etwas nicht guttut, aber geblieben bin, um Harmonie zu wahren.
Rückblickend war das kein fehlender Mut, es war ein fehlendes Vertrauen in mich selbst.
2. Die Phase der Hilfsmittel – äußere Impulse, innere Arbeit
Du hast Bücher gelesen, Coachings in Anspruch genommen, gejournalt, reflektiert.
Was davon hat dir wirklich geholfen – und was eher nicht?
Gab es einen Moment, in dem dir klar wurde: Ich sammle nicht mehr nur Wissen, ich übernehme Führung für mich selbst?
S: Ich habe viel konsumiert. Bücher gelesen, Podcasts gehört, Coachings gemacht, Kurse gebucht. Und ja, vieles davon hat mir Impulse gegeben, neue Perspektiven eröffnet und mir gezeigt: Ich bin nicht falsch. Ich bin nicht allein.
Was mir wirklich geholfen hat, war nicht das reine Wissen, sondern die Momente, in denen ich angefangen habe, ehrlich hinzuschauen. Journaling zum Beispiel. Nicht das „schön schreiben“, sondern das rohe, ungefilterte Aufschreiben meiner Gedanken. Da konnte ich mir selbst nicht ausweichen.
Auch Coachings haben mir geholfen, aber nur dann, wenn ich bereit war, die Verantwortung nicht beim Coach zu lassen. Die Tools sind das eine. Die Entscheidung, sie anzuwenden, das andere.
Was mir eher nicht geholfen hat, war das ständige Sammeln von noch mehr Input. Ich dachte lange, ich brauche nur noch ein weiteres Buch, noch eine Methode, dann bin ich „soweit“. In Wahrheit war das oft ein Aufschieben. Wissen fühlt sich sicher an. Umsetzung fühlt sich verletzlich an.
Der konkrete Moment kam nicht laut, sondern still. Ich saß mit meinem Journal da und merkte: Ich weiß eigentlich längst, was ich brauche. Ich weiß, wo ich meine Grenzen übergehe. Ich weiß, was sich nicht mehr stimmig anfühlt. Und da wurde mir klar: Ich kann noch zehn Bücher lesen oder ich fange an, mir selbst zu glauben.
Ab diesem Punkt habe ich nicht mehr nur nach Antworten gesucht. Ich habe angefangen, Entscheidungen zu treffen.
3. Der Wendepunkt – Grenzen und Selbstführung
Grenzen zu setzen gilt oft als laut, konfrontativ oder egoistisch – besonders für introvertierte (leise) Frauen.
Wie hast du gelernt, Grenzen ruhig und dennoch klar zu ziehen: gegenüber Menschen, (gegenüber Social Media) oder deinem Arbeitgeber und gegenüber deinem eigenen inneren Druck?
War das für dich ein Akt von Rebellion? Wie hat er sich angefühlt?
S: Für mich war Grenzen setzen nie laut. Ich bin kein Mensch, der Türen knallt oder Diskussionen sucht. Lange dachte ich deshalb, ich könne gar keine klaren Grenzen setzen. Ich habe Harmonie mit Anpassung verwechselt.
Gelernt habe ich es nicht durch Konfrontation, sondern durch Ehrlichkeit. Erst mir selbst gegenüber. Ich musste mir eingestehen, wo ich Dinge tue, die sich nicht mehr stimmig anfühlen, im Job, im privaten Umfeld, auf Social Media.
Gegenüber meinem Arbeitgeber hieß das: klarer kommunizieren, was ich leisten kann und was nicht.
Auf Social Media hieß es: Ich poste nicht mehr, um zu gefallen. Ich teile, was echt ist. Und wenn es weniger Likes bekommt, ist das kein Werturteil über mich.
Und gegenüber meinem inneren Druck bedeutete es: Ich darf Pausen machen.
Es war kein lauter Akt von Rebellion. Es war eher eine leise Entscheidung: Ich verrate mich nicht mehr. Und ja, am Anfang hat es sich ungewohnt angefühlt. Fast wie ein Regelbruch. Grenzen setzen war für mich kein Kampf gegen andere. Es war ein Nach-Hause-Kommen zu mir.
4. Der Zielzustand – innere Ruhe statt Dauerarbeit an sich selbst
Heute beschreibst du dich als ruhig, innerlich stark und bei dir und deinen Bedürfnissen.
Was bedeutet Selbstführung für dich jetzt – jenseits von Methoden, Tools und Weiterentwicklung?
Und was würdest du einer Frau sagen, die glaubt, sie müsse sich erst „reparieren“, bevor sie sich selbst ernst nehmen und eine Grenze setzen darf?
S: Selbstführung bedeutet für mich heute nicht mehr Optimierung. Es bedeutet Beziehung. Beziehung zu mir selbst. Es heißt, meine Bedürfnisse ernst zu nehmen, ohne sie ständig zu analysieren. Nicht jeder Gedanke braucht ein Journal. Nicht jedes Gefühl braucht ein Tool.
Früher war persönliche Weiterentwicklung fast wie ein zweiter Vollzeitjob. Ich wollte verstehen, heilen, wachsen, am besten schnell und gründlich. Heute weiß ich: Innere Stärke entsteht nicht durch Dauerarbeit an sich selbst, sondern durch Vertrauen.
Selbstführung heißt für mich jetzt:
Ich höre hin. Ich entscheide.
Und ich trage die Konsequenzen, ohne mich dafür kleinzumachen.
Es ist ruhiger geworden in mir, weil ich aufgehört habe, mich ständig als Baustelle zu betrachten.
Und einer Frau, die glaubt, sie müsse sich erst reparieren, bevor sie sich ernst nehmen darf, würde ich sagen: Du bist kein Projekt. Du bist ein Mensch.
Grenzen setzen ist kein Privileg für „Geheilte“. Es ist ein Ausdruck von Selbstachtung. Du musst nicht vollständig angstfrei, selbstsicher oder durchtherapiert sein, um Nein zu sagen. Du darfst dich jetzt ernst nehmen.
1. Der Anfang – innere Ausgangslage
Wenn du an die Zeit zurückdenkst, in der dein Selbstwert niedrig war:
Was hast du damals über dich geglaubt – im Kontakt mit anderen Menschen, auf Social Media, mit deinen Vorgesetzten und im Umgang mit deinen eigenen Erwartungen?
Und woran hast du im Alltag bzw. Arbeitsalltag gemerkt, dass du dich selbst ständig übergehst?
R: Ich bin gelernte Kinderkrankenschwester. Früher dachte ich immer, ich muss “durchziehen”, mich anpassen, meine (meist älteren) Kollegen tun es doch auch, schaffen das scheinbar mühelos. Da kann ich doch nicht jammern. Außerdem war das TEAMGEFÜHL stark. Da verlässt sich einer auf den anderen. Ich habe schon gemerkt, dass ich nicht so belastbar bin, wie andere, dass ich anders arbeite. Aber ich bin dieses Gefühl ständig übergangen, habe gedacht, mit mir stimmt was nicht. Bis ich eines Tages ganz plötzlich fiese Drehschwindelanfälle bekam, fast täglich einen. Diagnose: Morbus Meniére. Ursache wissenschaftlich noch ungeklärt, vermutlicher Auslöser: STRESS. “Zuviel Druck”.
Ich habe recherchiert, wollte das so nicht akzeptieren. Aber ich kam zu keiner Lösung. Dann bin ich auf HUMAN DESIGN gestoßen und herausgefunden, dass ich PROJEKTOR/in bin und schlagartig wurde mir alles klar. Ich kann gar nicht so arbeiten, wie andere. Wen das interessiert, der kann gern mal recherchieren- mir hat es die Augen geöffnet.
2. Die Phase der Hilfsmittel – äußere Impulse, innere Arbeit
Du hast Bücher gelesen, Coachings in Anspruch genommen, gejournalt, reflektiert.
Was davon hat dir geholfen – und was eher nicht?
Gab es einen (konkreten) Moment, in dem dir klar wurde: Ich sammle nicht mehr nur Wissen, ich übernehme Führung für mich selbst?
R: Ich habe recherchiert, wollte das so nicht akzeptieren. Aber ich kam zu keiner Lösung. Dann bin ich auf HUMAN DESIGN gestoßen und habe herausgefunden, dass ich PROJEKTOR/in bin und schlagartig wurde mir alles klar. Ich kann gar nicht so arbeiten, wie andere. Ich bin nicht falsch, ich bin nur anders. Wenn ich als Projektor nicht so arbeite, wie es für mich richtig ist, dann gibt es Probleme. Und die kannte ich ja bereits.
Die Diagnose zwang mich also, auf meine Bedürfnisse zu achten und Grenzen zu setzen. Meine Kollegen wissen das zwar, aber es lässt sich auf Grund von Personalmangel eben oft nicht optimal umsetzen. Deshalb musste ich lernen NEIN zu sagen, wenn ich nicht wieder mit meiner Gesundheit bezahlen wollte.
3. Der Wendepunkt – Grenzen und Selbstführung
Grenzen zu setzen gilt oft als laut, konfrontativ oder egoistisch – besonders für introvertierte Frauen.
Wie hast du gelernt, Grenzen ruhig und dennoch klar zu ziehen: gegenüber Menschen, gegenüber Social Media oder deinem Arbeitgeber und gegenüber deinem eigenen inneren Druck?
War das für dich ein Akt von Rebellion? Wie hat er sich angefühlt?
R: Ich hatte die Wahl: Entweder ich passe mich weiterhin an und überschreite meine Grenzen- bezahle dafür mit meiner Gesundheit, oder ich lerne gesunde Grenzen zu setzen und sie auch zu vertreten. Am Anfang war es ungewohnt und ich rechnete mit Widerstand. Aber der blieb aus. Es ist eine Frage der Kommunikation, wie man seine Bedürfnisse klar vertritt und aufzeigt, was nicht verhandelbar ist.
Aber wie sagt schon ein altes Sprichwort. “Wenn du dir nicht hilfst, wird es auch kein anderer tun”.
Ein weiterer Wendepunkt war “Corona”. Ich hatte von Anfang an ein “komisches” Bauchgefühl. Bei der Sache mit den Zwangsmaßnahmen. Für mich war sofort klar, dass lasse ich nicht mit mir machen. Für mich war da etwas “faul” an der Sache und wenn ich das mitmache, würde ich mich und mein Bauchgefühl komplett verraten. Das war der endgültige Startschuss für meine innere und äußere Rebellion. Ich habe nach Möglichkeiten gesucht, was ich machen würde, wenn die Pflicht für Pflegepersonal wirklich kommt.
So bin ich auf “Onlinebusiness” gestoßen. Für mich war es mehr als die Aussicht auf finanzielle Unabhängigkeit, sondern in erster Linie meine EIGENE.
4. Der Zielzustand – innere Ruhe statt Dauerarbeit an sich selbst
Heute beschreibst du dich als ruhig, innerlich stark und bei dir und deinen Bedürfnissen.
Was bedeutet Selbstführung für dich jetzt – jenseits von Methoden, Tools und Weiterentwicklung?
Und was würdest du einer Frau sagen, die glaubt, sie müsse sich erst „reparieren“, bevor sie sich selbst ernst nehmen und eine Grenze setzen darf?
R: Das schlechte Gefühl beim Grenzen setzen ist oft ein Zeichen dafür, dass wir etwas Wichtiges und Richtiges tun- es zeigt, dass wir gerade alte und ungesunde Muster durchbrechen. Das mag sich anfangs ungewohnt und “falsch” anfühlen. Mit der Zeit wird es aber leichter. Und das Gefühl, seine eigene Grenze vertreten zu haben, ist unbeschreiblich.
“Du musst dich nicht in Brand setzen, um andere warm zu halten” (unbekannt) - ist ein schöner Satz, der mir schon oft geholfen hat und vielleicht inspiriert er ja auch den ein oder anderen beim Grenzen setzen ;-)
1. Der Anfang:
Wenn du an den Beginn deiner Reise vor einigen Jahren zurückdenkst:
Was hast du damals über dich geglaubt – im Kontakt mit anderen Menschen, auf Social Media und im Umgang mit deinen eigenen Erwartungen?
Und woran hast du im Alltag gemerkt, dass du dich bzw. deine Bedürfnisse selbst ständig übergehst?
A: Ich habe mich damals im Kontakt mit anderen Menschen und auf Social Media oft unwohl gefühlt und hatte das Gefühl, nicht wirklich dazuzugehören/nirgends wirklich reinzupassen. Im Alltag habe ich gemerkt, dass ich oft erschöpft und ausgelaugt war – vor allem nach sozialer Interaktion.
2. Innere Arbeit:
Du hast sehr wahrscheinlich viele Bücher gelesen, Coachings in Anspruch genommen, gejournalt und dich selbst reflektiert.
Was davon hat dir wirklich geholfen – und was eher nicht?
Was waren Meilensteine für dich?
A: Mir haben Bücher wirklich geholfen – und sie tun es immer noch. Mein erstes Lebenshilfe-Buch, es war zum Thema Motivation, las ich mit 16 Jahren. Bis heute lese ich diese Art von Büchern gern. Auch meine damalige Therapeutin hat mir sehr geholfen. Meilensteine waren beispielsweise das Beenden von schadhaften Beziehungen und die Entwicklung der Fähigkeit, alleine sein zu können. Und das sogar gerne!
3. Grenzen erkennen und setzen:
Wie hast du gelernt, Grenzen ruhig und dennoch klar zu ziehen: gegenüber Menschen, gegenüber Social Media und gegenüber deinem eigenen inneren Antreiber?
Was hast du dabei anders gemacht als früher – und warum war das für dich ein großer Schritt?
A: Ich wollte, dass es mir gut geht und fand heraus, was mir gut tut. Als mir das klar wurde, wurde das Ziehen von Grenzen einfacher. Anders als früher bleibe ich heute auch dabei. Leider akzeptieren nicht alle Menschen ein „Nein“ oder Grenzen im Allgemeinen. Oft werden sie dann ungemütlich oder manipulativ. Ich versuche nun, nicht mehr von meinen Grenzen abzurücken und lasse mich in der Regel nicht „umstimmen“.
4. Der Zielzustand:
Was bedeutet Selbstführung für dich jetzt – jenseits von Methoden, Tools und „an sich arbeiten“?
Und was würdest du einer Frau sagen, die glaubt, sie müsse sich erst „reparieren“, bevor sie sich selbst ernst nehmen darf?
A: Selbstführung bedeutet für mich jetzt, mich so zu akzeptieren, wie ich bin und für meine Bedürfnisse einzustehen. Ich würde jener Frau sagen, dass sie so gut ist, wie sie ist – und sich sofort ernst nehmen darf.




