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Körperliche Veränderungen akzeptieren – ohne Selbstkritik

  • 26. Jan.
  • 3 Min. Lesezeit

Es gibt diesen einen Moment, den fast jede Frau kennt: Du stehst morgens vor dem Spiegel, noch halb verschlafen, und da ist er – der prüfende Blick. Automatisch. Fast schon eingeübt wie das Zähneputzen. Und mit ihm kommen Gedanken, die härter sind als jeder Chef, jede Kollegin und jede Ex-Schwiegermutter zusammen. Warum? Weil Frauen gelernt haben, Kritik am eigenen Körper als selbstverständlich zu nehmen – als tägliches Ritual.


Das Absurde daran: Diese Strenge ist kein Naturgesetz. Sie ist anerzogen. Wir sind aufgewachsen mit dem Gefühl, dass unser Körper nie ganz richtig ist. Zu dick. Zu dünn. Zu schwach. Zu alt. Zu sichtbar. Zu unsichtbar. – Immer irgendwas. Schon als Mädchen haben wir unterschwellig gelernt, dass unser Körper etwas ist, das optimiert, diszipliniert und bewertet werden muss.


Und jetzt, in den Wechseljahren, wenn körperliche Veränderungen sich deutlicher zeigen, schlägt dieses alte Muster noch einmal richtig zu. Aber: Es ist nicht dein Körper, der das Problem ist. Es ist die selbstkritische Stimme in deinem Kopf.


Körperliche Veränderungen in den Wechseljahren: Der unsichtbare Elefant im Raum

Kaum eine redet offen darüber, aber fast jede Frau erlebt ähnliche Phänomene:

  • Hitzewallungen, die dich mitten in einem Meeting erröten lassen, als hättest du gerade heimlich einen Marathon gelaufen. Inklusive der Schweißperlen auf der Stirn.

  • Gewichtszunahme, obwohl du nichts anderes isst als vorher.

  • Schlaffere und faltigere Haut, trockenere Haare, die plötzlich über ihre Anwesenheit diskutieren wollen.

  • Gelenke, die knarzen und steifer werden.

  • Ein Zyklus, der unberechenbar wird – und damit deine Stimmung gleich mit.


Diese körperlichen Veränderungen in den Wechseljahren sind keine Ausnahme, sondern Normalität. Dein Körper schreibt schließlich ein neues Kapitel. Wenn du tiefer in die medizinischen Hintergründe eintauchen willst, findest du viele hilfreiche Infos bei der Deutschen Menopause Gesellschaft e.V.


Nur – statt all das zu respektieren, greifen wir oft automatisch auf alte Muster zurück: vergleichen, kritisieren, abwerten.


Warum wir Selbstkritik loswerden müssen

Die Wahrheit ist unbequem: Frauen kritisieren sich selbst härter, als sie jemals eine Freundin oder Kollegin kritisieren würden. Würdest du zu deiner besten Freundin sagen: „Dein Bauch ist zu groß, deine Haut zu faltig, deine Haare zu dünn“? Wohl kaum. Aber zu dir selbst? Kein Problem.


Dieser innere Ton ist das Echo der alten Erziehung, der Werbung und Medienbilder – kurz: der ganzen „Du musst besser aussehen“-Maschinerie. Jede ständige Abwertung frisst an deinem Selbstwert, bis du deinen Körper eher als Dauer-Baustelle statt als Zuhause erlebst. Außerdem kostet Selbstkritik Energie, die du eigentlich für Dinge nutzen könntest, die dir Freude und Stärke geben.


Und genau da liegt die Chance: Sobald du erkennst, dass diese Stimme nicht deine ist, kannst du beginnen, Selbstkritik loswerden.


Selbstakzeptanz: Dein rebellischer Gegenentwurf

Selbstakzeptanz ist kein passives „Na gut, dann sehe ich eben so aus.“ Sie ist ein stiller, rebellischer Akt. Sie bedeutet: Ich sehe meinen Körper mit denselben Augen, mit denen ich die Natur betrachte. Niemand schaut eine alte Eiche an und denkt: „Die Rinde zu tief, die Wurzeln sind zu breit, der Stamm zu knorrig.“

Wir sehen Würde, Stärke, Geschichte.


Genau das kannst du auch für dich lernen: Körperliche Veränderungen zu akzeptieren heißt nicht, aufzugeben, sondern aufzuhören Krieg gegen dich selbst zu führen. Dein Körper verdient Respekt für all die Jahre, in denen er dich getragen, geschützt, geheilt hat. Es ist an der Zeit, den eigenen Körper zu respektieren (so wie er aussieht) und nicht zu bestrafen.


Den eigenen Körper respektieren: Kleine Schritte im Alltag

Selbstakzeptanz beginnt nicht mit einer großen Entscheidung, sondern mit kleinen Gesten:

  • Hör auf, den Spiegel als Richter zu benutzen. Sieh ihn als neutralen Begleiter.

  • Rede innerlich mit dir so, wie du mit einer engen Freundin sprechen würdest.

  • Ersetze jedes „zu“ (zu dick, zu faltig, zu alt) durch „genug“ ;)

  • Erinnere dich daran: Dein Körper ist kein Projekt, er ist dein Zuhause.


So baust du Stück für Stück die Brücke zwischen Selbstkritik und Selbstrespekt.


Dein Körper ist kein Gegner

Wenn du merkst, dass die alte Stimme der Kritik am eigenen Körper wieder laut wird, erinnere dich: Sie ist nicht die Wahrheit. Sie ist ein Echo der Vergangenheit, das du hinter dir lassen darfst.


Selbstakzeptanz ist kein Ziel, sondern ein Weg – ein Weg, auf dem du lernen darfst, dich nicht mehr ständig gegen dich selbst zu stellen.


Wenn du spürst, dass du dir beim Thema „körperliche Veränderungen annehmen“ mehr Unterstützung wünschst: In meinen Angebot geht es genau darum, wie du Selbstkritik loswerden und eine starke, respektvolle Beziehung zu deinem Körper entwickeln kannst.



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