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Einsamkeit in der dunklen Jahreszeit – Rebellische Chance?

  • 7. Jan.
  • 3 Min. Lesezeit

Es gibt diesen Moment im Jahr, wenn die Tage so kurz werden, dass selbst der Kaffee morgens noch müde ist. Wenn du dich nach Feierabend fragst, ob du eigentlich noch funktionierst – oder nur noch irgendwie durchhältst. Die Dunkelheit draußen kriecht langsam nach innen, und das, was sonst „Rückzug“ hieß, fühlt sich im Winter plötzlich nach „großer Einsamkeit“ an.


Du sitzt auf dem Sofa, das Handy in der Hand, scrollst durch die bunten Lichterwelten anderer Menschen. Und obwohl du introvertiert bist, obwohl du Ruhe eigentlich liebst – etwas in dir rebelliert.

Weil du merkst: Das ist keine Ruhe mehr. Das ist Leere.


Wenn Rückzug zur Krise wird

Du warst nie die, die in der Masse tanzt. Du brauchst keine lauten Wochenenden, keine endlosen Gespräche. Aber dieser oder auch jeder Winter trifft dich anders. Plötzlich fühlst du dich introvertiert und einsam – ein Widerspruch, der keiner ist.


Denn Introversion heißt nicht, dass du keine Nähe brauchst. Es heißt, dass du Tiefe suchst. Und wenn die Welt sich in Lichterketten hüllt und du dich gleichzeitig ausgelaugt fühlst, kann das Gefühl, „falsch“ zu sein, leise in dir nagen.


Die Wahrheit ist: Viele erleben gerade jetzt im Winter ihre eigene Krise. Weil Dunkelheit und Stille alles verstärken, was sonst unter der Oberfläche bleibt. Erschöpfung. Sinnfragen. Das nagende Gefühl, dass irgendetwas im Leben an dir vorbeiläuft.


Mentale Selbstverteidigung gegen das Winterloch

Es klingt vielleicht unromantisch, aber Einsamkeit in der Winterzeit ist kein Feind, den du besiegen musst. Sie ist eher ein Spiegel, der dich fragt: Was in mir braucht gerade Zuwendung – nicht Ablenkung?


Es ist rebellisch, wenn du dich dieser Frage stellst, statt sie mit „Mehr tun“, „Mehr schaffen“ oder „Mehr posten“ zu übertönen.

Die meisten Menschen flüchten vor ihrer Stille. Ich möchte dich dazu anregen, in ihr zu stehen.


Mentale Selbstverteidigung heißt in diesem Kontext: nicht kämpfen, sondern schlicht beobachten.

  • Wenn du müde bist, ruhe dich aus, ohne dich zu rechtfertigen.

  • Wenn du traurig bist, erlaube dir, traurig zu sein, ohne sofort den Sinn darin finden zu müssen.

  • Wenn du dich leer fühlst, frag dich, was du eigentlich vermisst – nicht, wen.


Diese Form der Selbstführung ist kein Wellnessprogramm zur Selbstoptimierung. Sie ist Widerstand – Widerstand in Würde gegen die Forderung, immer „gut drauf“ zu sein, alles unter Kontrolle zu haben und ständig liefern zu können.


Drei ehrliche Tipps gegen Einsamkeit im Winter

Klar, du findest im Internet tausend „Tipps gegen Einsamkeit im Winter“. Meistens lauten sie: „Geh raus, ruf jemanden an, iss Schokolade.“ Ich habe nichts dagegen, aber das ist nur Symptombehandlung, kein Wandel.


Hier kommen drei rebellische Varianten, die wirken:

  1. Mach die Dunkelheit zum Verbündeten.

    Zünde eine Kerze an, aber nicht, um es „gemütlich“ zu machen. Sondern um dich an das Prinzip zu erinnern: Licht braucht Dunkelheit, sonst wäre es nicht sichtbar.

  2. Beobachte deine Gedanken wie Wetter.

    Du bist nicht deine Stimmung. Du erlebst sie. Wenn also Einsamkeit aufzieht, sag dir: „Ah, da ist das Wintertief wieder.“ – und atme. Kein Drama nötig. (Aber bitte hole dir Hilfe, wenn du dich nicht von alleine aus dem Tief holen kannst.)

  3. Verzichte für einen Tag auf alles, was dich betäubt.

    Kein Scrollen, kein Perfektionismus, kein inneres Management. Nur Stille. Du wirst überrascht sein, wie laut dein eigentliches Bedürfnis dann spricht. Leg’ dir ruhig ein Notizheft auf den Tisch...


Die stille Rebellion beginnt im Kleinen

Die dunkle Jahreszeit ist kein Makel. Sie ist ein Trainingsfeld für innere Stärke. Wenn du lernst, in der Dunkelheit zu bleiben, ohne dich zu verlieren, wächst etwas Neues: Selbstachtung.

Es ist leise, unspektakulär – und genau das ist der Punkt.

Denn echte Veränderung klingt selten nach „Motivation“. Sie klingt nach dem Moment, in dem du sagst:

Ich bleibe da. Auch wenn’s dunkel ist.

Und genau das ist deine Hilfe bei Einsamkeit – du selbst.

Weil du aufhörst, dich vor der Stille in der Dunkelheit zu fürchten, und beginnst, ihr (und dir) zuzuhören. Und das nicht nur aushältst, sondern wichtig nimmst.


Wenn du spürst, dass du dich neu sortieren willst …

… aber nicht weißt, wo du anfangen sollst:

Dann könnte eine 60-minütige Session bei mir zur mentalen Selbstverteidigung im Winter der erste Schritt sein. Kein Hochglanz-Mindset-Coaching, kein esoterisches Brimborium, sondern ein ehrlicher Raum, in dem du wieder bei dir ankommst.

Hier kannst du mehr über die Session erfahren:



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